IVSH in DIN-CERTCO-Zertifizierungsausschuss „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“ berufen

Der IVSH bringt die Perspektive mittelständischer Unternehmen künftig auch in die Entwicklung verlässlicher Zertifizierungen für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen ein.
Der Industrieverband Schneid- und Haushaltswaren e. V. (IVSH) ist in den Zertifizierungsausschuss „Recyclingfähigkeit“ von DIN CERTCO berufen worden. Damit erweitert der Verband sein Engagement an einer wichtigen Schnittstelle zwischen europäischer Regulierung, technischer Normung und praktischer Zertifizierung.
Der Ausschuss berät DIN CERTCO bei den Grundlagen für entsprechende Zertifizierungsprogramme. Dazu zählen insbesondere Empfehlungen für einheitliche Zertifizierungsregeln, der Austausch zwischen anerkannten Gutachtern und Prüflaboratorien sowie die Koordination der Mitarbeit in europäischen Zertifizierungsgremien.
Verlässliche Zertifizierungen werden wichtiger
Mit der weiteren Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung PPWR wird die Recyclingfähigkeit zu einem zentralen Kriterium für Verpackungen. Die konkreten europäischen Bewertungsmethoden und Design-for-Recycling-Kriterien werden derzeit weiterentwickelt. Künftig sollen Verpackungen anhand definierter Leistungsstufen bewertet werden.
Damit wachsen auch die Anforderungen an Zertifizierungen und Nachweise. Sie müssen fachlich belastbar, transparent und europaweit anschlussfähig sein. Zugleich dürfen sie insbesondere mittelständische Unternehmen nicht mit unnötigen Mehrfachprüfungen, parallelen Nachweissystemen oder unverhältnismäßigen Kosten belasten.
„Entscheidend ist, dass aus regulatorischen Anforderungen verlässliche und praxistaugliche Lösungen entstehen. Zertifizierungen müssen Vertrauen schaffen, dürfen aber nicht zu einer neuen Bürokratieebene werden. Wir freuen uns deshalb sehr, die Erfahrungen und Anforderungen unserer mittelständischen Mitgliedsunternehmen künftig auch in diesen Ausschuss einbringen zu können“, erklärt IVSH-Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer.
Normung, PPWR und digitaler Produktpass zusammendenken
Die neue Aufgabe ergänzt die bestehende Mitarbeit des IVSH im DIN-Arbeitsausschuss„Recyclinggerechte Gestaltung von Kunststoffverpackungen“. Dort begleitet der Verband die Erarbeitung technischer Grundlagen für die recyclinggerechte Gestaltung und Bewertung von Kunststoffverpackungen.
Zugleich unterstützt der IVSH seine Mitgliedsunternehmen intensiv bei der Umsetzung der PPWR. Dazu gehören unter anderem Praxisleitfäden, Checklisten, Vorlagen für Konformitätserklärungen und Lieferantenkommunikation, Fachveranstaltungen sowie regelmäßige Informationen zu technischen Dokumentations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflichten.
Dabei nimmt der Verband auch die Verbindung zum digitalen Produktpass und zu weiteren europäischen Datenanforderungen in den Blick. Denn künftig müssen Produkt-, Material- und Verpackungsinformationen nicht nur erhoben und dokumentiert, sondern zunehmend auch strukturiert und digital nutzbar gemacht werden.
Mittelstand frühzeitig einbinden
Für den IVSH gehört die neue Aufgabe deshalb zu einer breiteren strategischen Linie: Die praktische Umsetzbarkeit von Regulierung muss bereits bei der Entwicklung von Normen, Prüfverfahren und Zertifizierungssystemen berücksichtigt werden.
„Für unsere Unternehmen ist es wichtig, nicht erst am Ende mit neuen Anforderungen konfrontiert zu werden. Mittelständische Praxiserfahrung muss dort einfließen, wo aus politischen Vorgaben konkrete technische und wirtschaftliche Anforderungen entstehen“, so Jan-Frederik Kremer.
Mit der Berufung in den Zertifizierungsausschuss stärkt der IVSH seine Mitarbeit entlang der gesamten Regulierungskette: von der politischen Begleitung der PPWR über die technische Normung bis zur praktischen Prüfung und Zertifizierung.