IVSH bringt Mittelstandsperspektive zum Digitalen Produktpass ins Europäische Parlament

Wie kann der Digitale Produktpass für mittelständische Unternehmen zu echter Vereinfachung statt zu einer zusätzlichen Daten- und Nachweisebene werden? Darüber diskutiert IVSH-Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer am 4. November im Europäischen Parlament in Brüssel.
Unter dem Titel „Making Digital Product Passports Work for Small Businesses“ lädt SME Connect gemeinsam mit Amazon zu einem Working Breakfast ein. Gastgeberin ist Maria Grapini MdEP, Vizevorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO).
Nach einer Vorstellung der aktuellen Kostenanalyse von Oxera Consulting und der politischen Perspektive der Europäischen Kommission durch Franziska Zibold, DG GROW, folgt der Austausch zwischen Politik und Praxis. Gemeinsam mit Jan-Frederik Kremer diskutieren Aimilios Orfanos, ReVolta, Valérie Berckmans sowie Nathalie Rubin-Delanchy von Amazon. Moderiert wird die Veranstaltung von Horst Heitz, SME Connect.
Der DPP ist eine Chance, wenn die Ausgestaltung stimmt
Der IVSH sieht im Digitalen Produktpass grundsätzlich eine große Chance. Richtig umgesetzt kann der DPP Compliance vereinfachen, vorhandene Produktinformationen besser nutzbar machen, grenzüberschreitende Prozesse und Marktüberwachung erleichtern und neue Möglichkeiten für die Kommunikation mit Kunden und Verbrauchern schaffen.
Entscheidend ist für den IVSH das Once-Only-Prinzip: Unternehmen sollten Produkt- und Compliance-Daten einmal strukturiert bereitstellen und anschließend für unterschiedliche Zwecke nutzen können. Dafür müssen die Informationen des DPP jedoch auch von Behörden, Handel, Plattformen und weiteren Akteuren entlang der Lieferkette akzeptiert werden.
Gerade hier zeigen die Ergebnisse des IVSH-Bürokratiemonitors, dass zusätzliche Belastungen häufig erst entlang der Regulierungskette entstehen: durch Unsicherheiten, unterschiedliche Auslegungen, zusätzliche Nachweise sowie Overcompliance und Gold Plating.
Deshalb braucht es insbesondere klare Vorgaben, verbindliche Datenstrukturen und Templates der Europäischen Kommission, anerkannte Systeme (marktanerkannt, nicht nur nomiert) und die Vermeidung paralleler Datenabfragen. Aus einem digitalen Produktpass darf nicht am Ende ein weiterer Datensatz werden, der zusätzlich zu bestehenden Anforderungen gepflegt werden muss.
Der IVSH verbindet diese politische Arbeit mit praktischer Erprobung: Im Projekt easy DPP NRW bringt der Verband die Anforderungen der Schneid- und Haushaltwarenindustrie in die Entwicklung mittelstandstauglicher Lösungen ein.
„Der DPP bietet gerade für kleine und mittlere Unternehmen große Chancen. Dafür muss Once Only aber auch wirklich Once Only bedeuten: Daten einmal bereitstellen, mehrfach nutzen und entlang der Lieferkette anerkennen. Genau darüber wollen wir in Brüssel mit Politik, Kommission und Wirtschaft sprechen.“
Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer IVSH
Veranstaltung
Making Digital Product Passports Work for Small Businesses
4. November 2026 | 08:00 bis 09:30 Uhr
Europäisches Parlament, Brüssel
Veranstalter: SME Connect in Kooperation mit Amazon
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