Aufruf zu Downstreamgipfel: Für eine starke Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette

IVSH bringt Anliegen der weiterverarbeitenden Industrie nach Berlin

Wie kann industrielle Wertschöpfung langfristig in Deutschland und Europa gesichert werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt einer gemeinsamen Initiative mehrerer Verbände der stahl- und metallverarbeitenden Industrie, an der sich auch der IVSH beteiligt hat bzw. diese mit initiiert hat. In einem Schreiben an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche regen die Verbände die Durchführung eines Downstream-Gipfels an. Ziel ist es, die Perspektive der weiterverarbeitenden Industrie stärker in die industriepolitische Diskussion einzubringen. 

„Unsere Unternehmen stehen für hochwertige Produkte, Innovation und industrielle Wertschöpfung. Damit dies auch künftig in Deutschland möglich bleibt, müssen politische Maßnahmen die Auswirkungen auf die weiterverarbeitenden Industrien stärker berücksichtigen. Genau dafür setzen wir uns als IVSH ein.“, so Ralf Zimmermann, Vorsitzender des IVSH 

Hintergrund ist die Beobachtung, dass zahlreiche industrie-, klima- und handelspolitische Maßnahmen nur auf die Grundstoffindustrien ausgerichtet sind. Für viele produzierende mittelständische Unternehmen stellt sich jedoch zunehmend die Frage, wie sich diese Maßnahmen auf die nachgelagerten Wertschöpfungsstufen auswirken. Gerade die Weiterverarbeitung entscheidet darüber, ob Wertschöpfung, Innovation und Beschäftigung am Standort Deutschland erhalten bleiben und neben einer Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Verbessrung der Rahmenbedingungen der Grundstoffindustrie muss dringend und Priorität auch die nachgelagerte Wertschöpfung strategisch in den Blick genommen werden. 

Für den IVSH ist dieses Thema von besonderer Bedeutung. Hersteller von Schneid-, Koch- und Haushaltswaren stehen im internationalen Wettbewerb und sind auf wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette angewiesen. Deshalb setzt sich der Verband seit Jahren dafür ein, die praktischen Auswirkungen politischer Entscheidungen auf mittelständische Hersteller frühzeitig in die politische Debatte einzubringen.

Die Bedeutung der weiterverarbeitenden Industrie wird häufig unterschätzt: Allein die stahl- und metallverarbeitende Industrie umfasst in Deutschland rund 5.000 überwiegend familiengeführte Unternehmen mit rund 500.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 80 Milliarden Euro. Die Unternehmen verarbeiten jährlich rund 20 Millionen Tonnen Stahl und sind damit zentrale Kunden der europäischen Stahlindustrie.

Aus Sicht der beteiligten Verbände muss Industriepolitik daher die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nehmen. Maßnahmen zur Stärkung europäischer Grundstoffindustrien dürfen nicht unbeabsichtigt dazu führen, dass die Weiterverarbeitung in Europa an Wettbewerbsfähigkeit verliert oder Produktion in Drittstaaten verlagert wird. Genau hier setzt die Idee eines Downstream-Gipfels an: Politik und Industrie sollen gemeinsam analysieren, wie bestehende und künftige Maßnahmen ausgestaltet werden können, damit Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit und industrielle Wertschöpfung gleichermaßen berücksichtigt werden. 

„Ob Marktüberwachung, Bürokratieabbau, faire Wettbewerbsbedingungen oder Industriepolitik: Der IVSH bringt die Perspektive seiner Mitgliedsunternehmen aktiv in Berlin und Brüssel ein. Die Initiative für einen Downstream-Gipfel ist ein weiterer wichtiger Baustein dieses Engagements.“, so Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer des IVSH 

Die Initiative fügt sich nahtlos in die laufenden Aktivitäten des IVSH ein. Ob bei Fragen der Handelspolitik, Marktüberwachung, Nachhaltigkeitsregulierung, Bürokratieabbau oder fairen Wettbewerbsbedingungen gegenüber Anbietern aus Drittstaaten: Der Verband engagiert sich kontinuierlich dafür, die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik und Verwaltung zu vertreten und den Standort Deutschland zu stärken.