Europäische Industrieallianz fordert: CBAM muss die gesamte Wertschöpfungskette schützen

Innerhalb kurzer Zeit ist es gelungen, eine breite Allianz europäischer Industrieverbände entlang der metallverarbeitenden Wertschöpfungskette zusammenzuführen. Gemeinsam haben die Verbände am 30. September 2026 einen Appell an Europäisches Parlament, Rat und Kommission gerichtet, den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) so auszugestalten, dass nicht nur Grundstoffe, sondern auch die weiterverarbeitende Industrie wirksam geschützt wird und weiterhin gleiche Wettbewerbsbedingungen schafft zwischen Produktion in der EU und außerhalb der EU.
Im Mittelpunkt steht dabei eine einfache Forderung:
Gleiche Regeln für gleiche Produkte.
Im Mittelpunkt steht die Forderung, dass der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) nicht nur die vorgelagerten Grundstoffindustrien berücksichtigt, sondern die gesamte industrielle Wertschöpfungskette. Die Verbände warnen davor, dass steigende CO₂-Kosten für europäische Hersteller von Stahl- und Aluminiumprodukten zu Wettbewerbsnachteilen führen können, wenn importierte Fertigprodukte aus Drittstaaten nicht vergleichbar erfasst werden.
Die gemeinsame Erklärung wird von Verbänden aus zahlreichen Branchen getragen, darunter Gießereiindustrie, Schmiedeindustrie, Werkzeugindustrie, Schloss- und Beschlagindustrie, Metallverpackungen sowie die europäischen und nationalen Verbände der Haushaltswaren- und Besteckindustrie. Zusammen steht die europ. metallverarbeitende Downstreamindustrie für rund 415.000 Unternehmen, 3,8 Millionen Beschäftigte und rund 700 Milliarden Euro Jahresumsatz.
Die Initiative fordert die Trilog-Verhandler auf:
- den bereits erreichten Fortschritt bei der Einbeziehung von Downstream-Produkten zu sichern,
- den ambitionierten Ansatz des Europäischen Parlaments beizubehalten,
- zusätzliche prioritäre Produktgruppen einzubeziehen - wie z.B. 8211 ("Messer"),
- Wettbewerbsverzerrungen zwischen vergleichbaren Produkten zu vermeiden und
- eine praktikable Exportlösung für europäische Hersteller zu schaffen.
Dabei betonen die Verbände ausdrücklich, dass es nicht um eine Sonderbehandlung einzelner Branchen geht. Vielmehr soll sichergestellt werden, dass europäische Hersteller und Importeure unter vergleichbaren, fairen Bedingungen im Wettbewerb stehen. Die Initiative weist darauf hin, dass europäische Hersteller steigende CO₂-Kosten in Stahl- und Aluminiumlieferketten tragen, während importierte Fertigprodukte aus Drittstaaten oft keiner vergleichbaren Belastung unterliegen. Dadurch droht eine Verlagerung von Wertschöpfung, Investitionen und Beschäftigung aus Europa heraus. Werden diese Kosten bei importierten Fertigprodukten nicht in vergleichbarer Weise berücksichtigt, drohen Wettbewerbsverzerrungen zulasten der europäischen Weiterverarbeitung. Die Initiative setzt sich daher für ein echtes „Level Playing Field“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein.
„Für den IVSH ist die Initiative ein wichtiges Signal: Klimapolitik, Industriepolitik und Wettbewerbsfähigkeit müssen gemeinsam gedacht werden. Europa kann die Produktion von Grundstoffen nicht schützen, wenn gleichzeitig die Unternehmen gefährdet werden, die daraus marktfähige Produkte herstellen. Genau deshalb setzt sich der IVSH gemeinsam mit seinen europäischen Partnern für faire Wettbewerbsbedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein.“
Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer des IVSH.