Brüssel: IVSH setzt klare Akzente für die Branche

Vom 10. bis 12. Dezember war der Industrieverband Schneid- und Haushaltwaren e.V. (IVSH) in Brüssel präsent, unser Geschäftsführer Jan-Frederik Kremer war vor Ort – drei Tage voller intensiver Gespräche, strategischer Termine und politischer Weichenstellungen. Ziel der Reise: Die Interessen unserer wichtigen mittelständisch geprägten Branche in den europäischen Entscheidungsprozess einbringen und für praxisnahe Lösungen werben.

Ein dichtes Programm mit zentralen Themen

Die Agenda war breit gefächert: Bürokratieabbau, die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), der Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), die EUDR-Verordnung, die Diskussion um US-Zölle, Chemikalienregulierung sowie digitale Plattformen und Fairness im internationalen Handel, Binnemarkthemmnisse usw..

„Unsere Gespräche in Brüssel zeigen: Mittelstand und Industrie brauchen keine Sonderrechte, sondern faire Wettbewerbsbedingungen und praktikable Regeln. Komplexe Regulierung darf nicht zum Standortnachteil werden – wir kämpfen für Vereinfachung und eine stärkere Beteiligung des Mittelstands. Brüssel ist kein Ort für Schlagworte, sondern für Lösungen. Wer mit fundierten Argumenten kommt, trifft auf offene Ohren und erlebt, wie konstruktiv auf Vorschläge reagiert wird. Wir bringen die Perspektive einer Branche ein, die für Qualität, Tradition und Innovation steht.“, so Jan-Frederik Kremer, Geschäftsführer des IVSH 

In Gesprächen mit Abgeordneten und Mitarbeitern des Europäischen Parlaments, Vertretern der Europäischen Kommission sowie Partnern wie Orgalim, DIHK und dem Handelsverband Deutschland (HDE) ging es um klare und kosntruktive Botschaften, so z.B.:

  • Simplification: Austausch über diverse Vereinfachungsmaßnahmen und better-regulation, KMU-Check, etc.
  • Trickle-Down Effekte müssen noch effektiver in den Blick genommen werden, sonst kommt Entlastung bei KMU nicht an.
  • CBAM muss zusätzliche HS-Codes für Downstream-Produkte integrieren, um Wettbewerbsnachteile und Arbeitsplatzverluste zu verhindern.
  • Die aktuellen Vorschläge zu US-Zöllen sind unzureichend. Zusätzliche Abgaben auf Stahl- und Aluminiumanteile treffen den Mittelstand besonders hart.
  • Bei PPWR und Chemikalienregulierung allgemein gilt: Keine zusätzlichen PFAS-Regelungen außerhalb von REACH und Beibehaltung eines risikobasierten Ansatzes.
  • Fairness im internationalen Handel: Maßnahmen gegen asiatische Plattformen im Rahmen von DSA/Zollreform müssen schneller greifen – bis 2027 zu warten reicht nicht. Ausdrücklich begrüßt der IVSH die kürzlich vorgeschlagenen, kurzfristigen Maßnahmen.

Diese Themen sind keine abstrakten Gesetzesvorhaben – sie betreffen die Unternehmen und unsere Mitglieder unmittelbar. Die Brüsseler Gespräche haben gezeigt: Fundierte Argumente und belastbare Positionen werden gehört und ernst genommen.

Ergebnisse und Ausblick

Die Reise brachte nicht nur wertvolle Eindrücke, sondern auch konkrete Ergebnisse: Zusagen für vertiefte Gespräche zu PPWR, CBAM und EUDR, Follow-ups mit der Kommission und Partnerverbänden sowie die gemeinsame Ausarbeitung von Vorschlägen zur Entlastung des Mittelstands.